5 Dinge, die der neue Trainer ändern muss



Mit Ilia Gruev steht der neue Trainer beim MSV Duisburg fest. Nicht nur vor dem nächsten Spiel gegen Freiburg steht dem 46-Jährigen viel Arbeit bevor.

Tabellenplatz 18 sagt im Grunde schon alles aus. Schlechter kann es für den MSV Duisburg nicht mehr werden. Der Trainerwechsel war der erste Schritt in Richtung Besserung, doch damit alleine ist es nicht getan. Ilia Gruev muss an der einen oder anderen Stellschraube drehen. Zwar sind für ihn erst einmal die "Kleinigkeiten" ausschlaggebend, aber auf längere Zeit gesehen wird der Erfolg damit nicht zurückkehren.

Diese fünf Dinge muss der neue Coach als erstes in die richtigen Bahnen lenken:

Einstellung
Nicht nur das letzte Spiel gegen 1860 München hat gezeigt, dass in der Mannschaft einiges nicht stimmt. Ob das daran lag, dass Gino Lettieri seine Spieler, wie es so schön heißt, nicht mehr erreicht hat, ist im Grunde egal. Beim MSV stehen 32 Profis unter Vertrag. Da sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass sie - ob auf oder neben dem Platz - alles geben. Dass sie 100 Prozent können, haben die Duisburger in Spielen wie gegen Greuther Fürth oder den SC Paderborn gezeigt - und standen deshalb am Ende auch nicht mit leeren Händen da. Wenn die Zebras den Klassenerhalt schaffen wollen, dann müssen sie ab sofort Vollgas geben. Gruev muss seine Spieler wieder dahin kriegen, dass sie an sich und den Erfolg glauben.

Abwehrverhalten
Punkt zwei geht eindeutig mit dem ersten einher. 25 Gegentreffer sind trauriger Ligahöchstwert, den es dringend gilt loszuwerden. Doch wer dem Gegner meistens hinterherläuft, der kann das eigene Gehäuse nicht verteidigen. Hinzu kamen in den bisherigen Partien immer wieder Abstimmungsfehler und grobe, individuelle Patzer - auch bei Torhüter Michael Ratajczak, der letzte Saison noch ein großer Rückhalt war. Ein wenig scheinen die Protagonisten erkannt zu haben, welche Stunde für sie schlägt. In den letzten vier Spielen blieb Duisburg zwei Mal ohne Gegentor.

Torgefahr
Das Problem ist ja nicht nur, dass der MSV hinten viele Treffer kassiert, wer vorne keine macht, der kann auch nicht gewinnen. Acht eigene Treffer aus 13 Spielen und ein Torverhältnis von -17 sind erschreckend. Und machen aktuell wenig Hoffnung, dass das mit dem Klassenerhalt gelingen könnte. Vor allem wenn sich die Mannschaft nur wenige Möglichkeiten erarbeitet und diese dann auch noch vergibt. Die Zebras müssen sich das nötige Selbstvertrauen zurückerarbeiten.

Stammformation
Wenn den Duisburgern eines im Moment fehlt, dann Konstanz bei der Aufstellung. Sicherlich musste der bisherige Trainer auch immer wieder auf Verletzungspech reagieren und seine Startelf umbauen. Aber auch mit gesunden Spielern hat Lettieri viel zu häufig rotiert, so dass die Akteure keinerlei Möglichkeit hatten, sich irgendwie aufeinander einzustellen. Gruev ist in der Situation, dass er nicht mehr ganz so viele Ausfälle verkraften muss. Deshalb sollte er auf jeden Fall darauf achten, dass er einer Formation das Vertrauen schenkt und diese sich dann auch finden kann. Wechsel sind sinnvoll, aber der Trainer muss auch die nötige Geduld mitbringen und den Spielern ihre Chance geben.

Hierarchien aufbauen
Dem MSV fehlt die Führung. Und damit ist nicht die des Trainers gemeint. Auf dem Platz gibt es kaum einen Spieler, der Verantwortung übernimmt. Selbst Kapitän Branimir Bajic hält sich in den entscheidenden Situationen zu sehr zurück. Die Leistungsträger der letzten Saison, die die Mannschaft entscheidend zum Aufstieg mitgerissen haben, schwimmen aktuell nur mit dem Strom, vielleicht auch, weil sie stellenweise zu viel mit sich selbst zu kämpfen haben. Gruev braucht auf dem Platz dringend Unterstützung.

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