Der Mittelfeld-Motor beim MSV Duisburg läuft


"Lasst es Punkte regnen", forderten die MSV-Fans vor dem Anpfiff.

Erstmals seit Wochen schafft es der MSV, im Zentrum Power zu entwickeln. „Man sieht einfach, dass im Team richtig Leben drin ist“, sagt Ennatz Dietz.

Es dauerte, bis die Fußballer des MSV Duisburg unter die wohlverdiente Dusche gehen konnten. Nach dem 3:0-Sieg im Zweitligaduell mit dem auswärtsstarken SV Sandhausen , der schon 16 Punkte auf gegnerischen Plätzen einsammelte, war erst einmal Feiern angesagt. Zlatko Janjic & Co. holten sich nach einem beseelten Auftritt den Applaus ihrer begeisterten Fans ab.

Vor dem Anpfiff des Sandhausen-Spiels hatte die Stimmungsmacher hinter dem Tor mit einer kreativen Choreo den Weg aufgezeigt. „Lasst es Punkte regnen“ prangte auf einem Transparent. Über 100 weiß-blaue Schirme wurden aufgespannt, dazu rieselte reichlich Konfetti herab. Die MSV-Kicker hatten nicht nur dieses optische Signal verstanden, sie setzten auch die taktischen Vorgaben auf dem Rasen zu 100 Prozent um.

„Die zweite Halbzeit war überragend“, strahlte Vorstandsmitglied Bernard Dietz, „die Jungs haben defensiv gut gearbeitet, dazu viele Akzente nach vorne gesetzt und Druck entwickelt. Mit der Marschrichtung, bloß kein Tor zu kassieren, kommen wir in unserer Situation nicht weiter. Wir müssen Siege einfahren.“

Holland und Albutat übernehmen Kreativaufgaben

Was Dietz, den nichts mehr ärgert als emotionslose, unterkühlte Auftritte, besonders freute: „Im Team ist richtig Leben drin! Ich habe eine Mannschaft gesehen, die topfit ist, die bis zur letzten Sekunde alles gegeben hat.“ Vor allem in der Zentrale haben die Zebras neue Power entwickelt. Vom reinen Spiel-Zerstören, um das sich die Sechser Tim Albutat sowie James Holland über weite Teile der Hinrunde zu kümmern hatten, ist der MSV unter Neu-Coach Ilia Gruev abgerückt. Holland übernimmt zwar weiterhin Sicherheitsfunktionen, hat aber gegen Sandhausen so viel Kreativität entwickelt wie seit Wochen nicht. Der Assist zum 1:0 ging auf sein Konto. Albutat stach nicht nur wegen seines Traumtores zum 2:0 gemeinsam mit dem wiedererstarkten Taktgeber Zlatko Janjic heraus. Gegen den Duisburger Dreier-Motor fanden die Gäste kein Mittel.

„Tim hat wirklich ein Super-Tor erzielt“, jubelte Dietz, der auch von Zlatko Janjic äußerst angetan war. „Jani ist für uns ganz wichtig. Er ist ein intelligenter Spieler, der die Leute mit klugen Zuspielen immer wieder einsetzen kann. Aber: Janjic kann noch mehr.“

Janic spielt erstmals nach Verletzung durch

Das weiß der 29-Jährige auch selbst. Aber im Moment ist Janjic froh über sein erstes Etappenziel nach neunwöchiger Verletzungspause. Erstmals seit seinem 19-minütigen Comeback im Kellerkrampf bei 1860 München (0:1) hielt der Standardspezialist über komplette 90 Minuten durch. Janjic kam nach dem wichtigen Dreier mit einem Eisbeutel auf dem Knie in die Kabine. „Das Knie war in der Woche ein bisschen angeschwollen, das ist aber nichts Dramatisches“, so „Jani“.

Der Torschütze zum 3:0-Endstand schnaufte erleichtert durch: „Ich denke, es war nicht nur von mir, sondern von der ganzen Mannschaft überzeugend. Wir haben das abgerufen, was wir uns vorgenommen hatten.“ Dass beim MSV ein neuer Geist Einzug gehalten hat, ist offensichtlich. Janjic: „Jeder haut sich rein.Wir haben mit kleinen Schritten angefangen und jetzt einen größeren Step gemacht. Aber raus sind wir da unten noch nicht.“

derwesten.de