Bundesliga

Zwischen Ratlosigkeit und Hoffnung

Für den VfB Stuttgart wird es nach der Niederlage in Wolfsburg im Kampf um den Klassenerhalt noch schwerer: Der Abstand zu einem rettenden Tabellenplatz ist wieder gewachsen.


Der VfB Stuttgart ist mal wieder am Boden, zeigte aber dennoch gute Ansätze.

Über die verschärfte Situation wollte Huub Stevens nicht so gerne sprechen. Der Abstand des VfB Stuttgart auf einen rettenden Platz in der Tabelle der Fußball-Bundesliga ist weiter gewachsen - und der Coach wirkte bei der Frage danach ähnlich ratlos wie sein Team in der zweiten Halbzeit des 1:3 (1:1) beim VfL Wolfsburg: „Was soll ich dazu zu sagen?“

Seit acht Spieltagen stehen die Stuttgarter inzwischen auf dem letzten Platz und haben nun sogar fünf Zähler Abstand auf Rang 15. „Viele Punkte sind nicht mehr zu vergeben, die Spiele werden weniger“, kommentierte Stürmer Daniel Ginczek die schwierige Lage des VfB, die sich durch den 1:0-Sieg der Freiburger gegen Köln weiter zugespitzt hat.

Die Stuttgarter setzen auf das vermeintlich leichte Restprogramm. „Jetzt kommen die Spiele auf Augenhöhe, da müssen wir da sein“, forderte Ginczek. An den letzten beiden Spieltagen der Saison trifft der VfB auf den Hamburger SV und den SC Paderborn. Doch dann könnte der Rückstand schon zu groß sein.

Es gibt nicht viel, was derzeit für die Stuttgarter spricht. Hoffnung schöpfen sie trotz der verdienten Niederlage beim VfL aus der ersten Hälfte, als sie mit dem Zweiten der Liga mutig mitspielten und sogar zu einigen Chancen kamen. „Wir haben es versäumt, in der ersten Halbzeit mehr Tore zu machen“, klagte Manager Robin Dutt. Zu einem Punkt reichte es nicht, weil nur Martin Harnik (44.) gegen die zunächst unkonzentrierten Wolfsburger traf. Ricardo Rodriguez (41./Foulelfmeter, 65.) und André Schürrle (76.) mit seinem ersten VfL-Tor schossen später ein angemessenes Ergebnis für die Gastgeber heraus.

„Das muss man auch akzeptieren: Wenn du Schürrle und Perisic einwechseln kannst, dann wird die Qualität nicht schlechter“, sagte Dutt zu den Wechseln der Wolfsburger: „Bis dahin hätten wir in Führung gehen müssen.“

Tatsächlich kippte das Spiel mit der Hereinnahme der schnellen Außenspieler. Fast resigniert klang Trainer Stevens bei seiner Analyse: „Man hat gesehen, Wolfsburg kann noch eine Schippe drauflegen, das konnten wir nicht.“

Auch Stevens und Dutt setzen nun notgedrungen auf die verbleibenden Partien gegen weniger starke Gegner. „Wir spielen jetzt gegen Bremen zu Hause, und ich denke, da werden wir unseren Dreier machen“, sagte Dutt zum kommenden Gegner, der für ihn ein ganz besonderer ist. Bei Werder wurde Dutt im Oktober als Trainer entlassen, als der Club Letzter war.

Die Bremer haben mit dem Wechsel des Coaches die Wende geschafft und dürfen mit Trainer Viktor Skripnik inzwischen sogar ein bisschen von der Europa League träumen. Davon ist Stevens, der den VfB im November zum zweiten Mal übernommen hat, weit entfernt.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten


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