Bundesliga

Der Fehlstart der Schwaben ist perfekt

Der VfB Stuttgart verliert zum Saisonauftakt mit 0:1 beim FSV Mainz, Holger Badstuber patzt schon wieder – und nächste Woche kommt der FC Bayern München in die Mercedes-Benz-Arena.

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Neuzugang Nicolas Gonzalez hat den Durchblick – beim gesamten Team des VfB Stuttgart war das in Mainz anders

Dann schlichen sie davon. Holger Badstuber verließ den Mainzer Rasen mit gesenktem Kopf, auch der Rest der Truppe trottete mit frustrierten Mienen davon. Wieder nichts. Erst Rostock. Diesmal in Mainz. Mit 0:1 (0:0) hat der VfB Stuttgart zum Auftakt der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05 verloren. Die zweite Niederlage im zweiten Pflichtspiel. Perfekt ist der Stuttgarter Fehlstart.

Wenig später stand Holger Badstuber Rede und Antwort – aus guten Gründen war er gefragt: Der VfB-Verteidiger hatte das Tor der Mainzer durch Anthony Ujah (76.) maßgeblich verschuldet, als er den entscheidenden Zweikampf mit Vorlagengeber Robin Quaison verlor. Badstuber nahm den Treffer auf seine Kappe, kritisierte aber, dass dem Team die Kompaktheit fehlen würde und so bei langen Bälle Räume für den Gegner entstehen würden – tatsächlich waren in Rostock wie auch jetzt in Mainz so die Gegentreffer entstanden; indes war auch Badstuber jeweils daran beteiligt. „Es läuft noch nicht rund“, so Badstuber. Bei ihm. Und beim VfB.

Ruhig und sachlich sprach derweil Tayfun Korkut über den missglückten Auftakt der Runde: „Wir haben heute erfahren, wie eng die Liga ist“, sagte Korkut nach seiner zweiten Bundesliga-Niederlage als VfB-Trainer. „Da darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben.“ In der Rückrunde der Vorsaison war es noch der VfB, der mit bemerkenswerter Effektivität kleinste Fehler der Gegner gnadenlos bestrafte.

Ordentliche Ansätze – mehr nicht

Aus im DFB-Pokal beim Angstgegner in Rostock. Niederlage beim Angstgegner in Mainz in der Bundesliga. Erstmals seit Bundesliga-Gründung hat der VfB Stuttgart die ersten beiden Pflichtspiele der Saison verloren. Von einer Krise will man aber nichts wissen, es sind ja, zugegeben, auch erst 90 Minuten Bundesliga gespielt. „Zweimal in Folge zu verlieren, ist weit weg von dem, was wir uns erhofft hatten“, sagte der Stuttgarter Sportdirektor Michael Reschke. Aber: „Wir dürfen nicht die Ruhe verlieren.“ Die Aussichten? Am Samstag (18.30 Uhr) kommt der FC Bayern München in die Mercedes-Benz-Arena.

Der VfB, bei dem der gleich wieder stark spielende Benjamin Pavard, Christian Gentner und Santiago Ascacibar wie erwartet in die Startelf gerückt waren, zeigte in Mainz ab und an ja ordentliche Ansätze – unterm Strich aber war es zuviel Stückwerk. Und zu oft verlor das Team in Mainz den Ball durch technische Unzulänglichkeiten. Verlieren musste der VfB dieses Spiel dennoch nicht, der Mainzer Trainer Sandro Schwarz attestierte seinem Team ein „bisschen mehr Entschlossenheit“.

Druck im Talkessel

Von den erhofften spielerischen Fortschritten zur Vorsaison war in den ersten 180 Minuten VfB-Fußball der neuen Saison bisher wenig zu sehen, auch die beiden Spitzen Mario Gomez und Nicolas Gonzalez haben noch nicht optimal zueinander gefunden. „Im Spiel nach vorne haben wir noch Luft nach oben“, befand Gonzalo Castro, der sichtlich bedient war von der Niederlage und der Aussicht auf eine dreistündige Rückfahrt unter diesen negativen Vorzeichen.

Im Spiel selbst passierte nicht wirklich viel, der VfB hatte drei gute Chancen durch Gonzalez (9.), Gentner (15.) und Gomez (50.), der FSV wirkte am Ende aber etwas entschlossener – wirklich zwingend war es aber weder hier noch da. Glück hatte der VfB in der 60. Minute, als Insua den Ball im Strafraum aus kurzer Distanz an den Arm bekam. Der Pfiff blieb aus. Der Videoschiedsrichter meldete sich. Referee Daniel Siebert blieb aber bei seiner Entscheidung. Angesichts der vielen mal-so-mal-Handentscheidungen von Unparteiischen in Strafräumen war das durchaus glücklich für den VfB, dass es keinen Elfmeter gab.

Und dann kam Minute 75 in diesem bis dahin doch so typischen 0:0-Spiel: Ein Mainzer Befreiungsschlag zwingt den suboptimal schnellen Badstuber in ein Laufduell mit Quaison. Der setzt an der Strafraumgrenze seinen Körper ein. Badstuber stolpert, der Mainzer läuft weiter, passt von rechts dann in den Strafraumrückraum, dort steht Ujah – und der schiebt den Ball zum 1:0 ins Tor. Aus Badstubers Sicht sah das so aus: „Ich schaue links, er kommt rechts, dann nehme ich Tempo raus.“ Schon beim Pokal-Aus war Badstuber maßgeblich am ersten Gegentor beteiligt. „Der Holger hat schon viel für die Mannschaft geleistet“, nahm Kapitän Christian Gentner den Routinier in Schutz: „Er wird noch wichtig für uns sein.“

Nun also die Bayern. Das erste Heimspiel. Es ist etwas Druck im Talkessel.

Quelle: Stuttgarter Zeitung


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